Impressum

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar.

Print: ISBN: 978-3-7910-3749-3Bestell-Nr.: 10188-0001
ePDF:ISBN: 978-3-7910-3750-9Bestell-Nr.: 10188-0150
ePub:ISBN: 978-3-7910-4032-5Bestell-Nr.: 10188-0100

Dieses Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

© 2017 Schäffer-Poeschel Verlag für Wirtschaft · Steuern · Recht GmbH
www.schaeffer-poeschel.de
info@schaeffer-poeschel.de

Umschlagentwurf: Goldener Westen, Berlin
Umschlaggestaltung: Kienle gestaltet, Stuttgart
Satz: Claudia Wild, Konstanz

Februar 2017

Schäffer-Poeschel Verlag Stuttgart
Ein Tochterunternehmen der Verlagsgruppe Handelsblatt

1   Wozu dieses Buch?

Es war einmal ein Unterricht … Das war noch in der Zeit, als ich fachliche Themen an einer Universität in Deutschland unterrichtete. Genau betrachtet ging es um die naturwissenschaftliche Propädeutik für Studierende der Humanmedizin im Vorstudium, also für Studenten in den ersten vier Semestern. Teilnehmer meiner Lehrveranstaltungen waren junge Leute, die gestern noch auf der Schulbank saßen und noch nicht wussten, wie unterschiedlich das Lernen in der Schule gegenüber einer Hoch[2]schule sein kann. Woher sollen sie es auch wissen, wenn wir in der Schule eher fachlich fürs weitere Studium oder für die Ausbildung vorbereitet werden, jedoch weder im Einzelnen für das große Lernen an einer Hochschule noch im Allgemeinen für das lebenslange Lernen. Die jungen Leute wissen einfach nicht, was von ihnen in Bezug auf Lernen erwartet wird. Sie sind nicht darauf vorbereitet, täglich mit einer größer werdenden Menge an Lernstoff konfrontiert zu sein. Sie sind nicht mit den Lernmethoden, die am besten fürs tägliche Lernen an einer Hochschule geeignet sind, die in der Schule aber nicht vorkommen, gewappnet. Ihnen ist nicht bewusst, dass das Lernen auch von unseren Selbstkompetenzen abhängig ist. Mehr ins Gewicht fällt meiner Meinung nach jedoch, dass die Neu-Studierenden manchmal eine falsche Entscheidung für die fachliche Richtung des Studiums getroffen haben, wodurch sich die Studienwahl mit der Zeit in eine Studienqual verwandelt – die häufigste Ursache für einen Studienabbruch. Daher erscheint es mir einleuchtend, dass die Anfangsphase die wichtigste Phase des Studiums oder der Ausbildung darstellt. Da diese Phase so enorm wichtig ist, muss sie so gestaltet werden, dass die jungen Studenten diese Hürde mit möglichst wenig Verletzungen überstehen und schließlich erfolgreich zu ihrem Abschluss kommen. Das ist nicht nur für die Studierenden wichtig, sondern auch für uns alle, für die Gesellschaft, die von dem erfolgreich abgeschlossenen Studium der jüngeren Generation profitieren kann und will.[3]

In meinen Lehrveranstaltungen baute ich als Dozent immer ein Vertrauensverhältnis zu den Studierenden auf. Das führte dazu, dass die Studierenden häufig Fragen zum Studium und zum Lernen an mich richteten. Ich übernahm sozusagen die Funktion einer ehrenamtlichen Lernberatungsstelle. Die häufigste Frage, die von Studenten allgemein formuliert wurde, lautete: „Ich kann nicht studieren. Wie soll ich es machen?“ Aus zeitlichen Gründen war ich nicht in der Lage, ein individuelles Lerncoaching durchzuführen, daher entschied ich mich, mich mit dem Problem in Form einer Veranstaltung auseinanderzusetzen. Ich konzipierte den Seminar-Workshop „Lernen lernen“. Seitdem führe ich diese Veranstaltung erfolgreich durch. Feedbacks und Evaluationen haben mir gezeigt, dass so ein Workshop für die Studierenden von Bedeutung ist.

Die nächste Etappe in dieser Entwicklung war, dass ich begann, die Erlebnisse in diesem Workshop schriftlich festzuhalten. Das Ergebnis einer fruchtbaren Zusammenarbeit mit dem Schäffer-Poeschel Verlag liegt jetzt in Ihren Händen in Form dieses Buches, das darauf wartet, dass Sie weiterlesen und davon profitieren.

Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen

Ihr Alexander Bazhin

2   „Gebrauchsanweisung“ für das Buch

Ich selbst lese keine Gebrauchsanweisungen bzw. Bedienungsanleitungen, da ich einen anderen Lernmodus anwende: Ich beginne unmittelbar, Erfahrungen mit all meinen Sinnen zu sammeln und verarbeite diese durch sofortiges Experimentieren. Im Fall eines Gerätes hieße das, dass ich es sofort anschalte und schaue, was passiert. Das ist nicht jedermanns Sache! Mit einem Buch geht es mir ähnlich, ich schlage es auf und lese es, und wenn es darin um Lerntechniken geht, fange ich sofort an, mich mit den Techniken auseinanderzusetzen. Ich weiß, wie ich am besten lerne, was für ein Lerntyp ich bin, was ich für einen Lernstil präferiere und was ich für einen Lernmodus benutze. Doch Menschen sind unterschiedlich und handeln auch beim Lernen individuell verschieden. Darum geht es in diesem Buch. Auch wenn Sie noch nicht wissen, was ich für eine Lernpersönlichkeit Sie sind, wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie diese Einleitung nicht brauchen, überspringen Sie diese und lesen Sie im darauffolgenden Abschnitt weiter. Für diejenigen, die eine Bedienungsanleitung suchen, ist dieses Vorwort gedacht.[4]

Zunächst noch einige Hinweise am Rande: Aufgrund der Sprachökonomie wird im Folgenden auf die weibliche Form grammatikalischer Strukturen verzichtet. Außerdem werde ich im Weiteren, wie ich es im Umgang mit den Teilnehmern in meinen Lehrveranstaltungen praktiziere, die Du-Form als Anrede wählen, um ein persönlicheres Lehrer-/Lernverhältnis auf unserer Reise durch das Lernen aufzubauen. Außerdem möchte ich in diesem Buch nicht dozieren, sondern mich mit euch auf eine Reise durch das große Lernen begeben und ein freundschaftliches Lehrer/Lernverhältnis aufbauen. Sollte sich jemand damit unwohl fühlen, kann er sich gern bei mir per E-Mail melden.[5]

Ich bin ein großer Freund von Beipackzetteln bei Medikamenten. Meine „Gebrauchsanweisung“ für dieses Buch möchte ich daher im Folgenden ebenfalls wie einen Beipackzettel gestalten.

Indikationsgruppe

Hilfsmittel beim Lernen im breiteren Sinne.

Anwendungsgebiete

Das Buch „Lernen lernen in Studium & Weiterbildung“ wird zur Unterstützung Erwachsener bzw. Heranwachsender ab ca. 16 Jahren beim Lernen und zur Linderung von Lernproblemen angewandt, die mit typischen Symptomen wie fehlender Lerneffekt, schlechte Noten, Prüfungsangst, fehlende Motivation und Interesse und Ähnlichem einhergehen.

2.1   Was musst du vor dem Lesen des Buches beachten?

Das Buch ist kein Kochbuch, das Rezepte enthält. Daher sind folgende Hinweise zu beachten:

  1. Lies das Buch kritisch und stelle zu jedem kritischen Punkt Fragen, die du auch selbst zu beantworten versuchst. Sollte dir das nicht gelingen, schreibe mir eine E-Mail. Ich werde die Fragen sammeln und bei der Überarbeitung des Buches berücksichtigen.

  2. Es gibt leider nicht DIE Methode, die uns ermöglicht, sofort alles zu erlernen. Deswegen betrachte dieses Buch nicht wie eine Lernbibel, die dir alle deine Fragen beantwortet und alle deine Lernprobleme löst.

  3. Das Buch ist weder eine Lernbibel, noch ein klassischer Ratgeber. Du bekommst hier keine vorgefertigten Ratschläge, sondern du wirst mit dem Buch intrinsisch, also aus eigener Motivation, aufgefordert und extrinsisch, also von deinem Autor, gefördert, dein Lernen zu optimieren und in dieser Hinsicht eine Schlüsselkompetenz zu erlangen.[6]

  4. Wenn du spürst, dass du ernsthafte und komplizierte Lernprobleme hast, die dazu führen, dass du dich über mehrere Wochen oder gar Monate unwohl fühlst, übermüdet bist, kein Interesse mehr hast, dass du gereizt bist, dir unangenehme Gedanken machst, die sich nicht vertreiben lassen, wird dieses Buch dir auf Dauer nicht helfen. Sollten sich die oben beschriebenen Symptome verschlimmern oder nach ein paar Monaten keine Besserung eintreten, musst du auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen.

2.2   Was muss beachtet werden, wenn andere Bücher mit gleicher Intention gelesen werden?

  1. Wenn du parallel zu diesem Buch auch andere Hilfsmittel nutzt, besteht keine Gefahr, im Gegenteil, das könnte helfen den Lerneffekt zu erweitern.

  2. Von mir empfohlene Lektüre findest du am Ende des Buches mit kurzen Erläuterungen, warum diese wichtig sein könnten.

  3. Solltest du nicht genannte Bücher verwenden bzw. vor kurzem verwendet haben, würde ich mich freuen, wenn du mich informierst. Ich werde sie dann kritisch lesen und gegebenenfalls die Literaturliste entsprechend überarbeiten.

2.3   Wie ist dieses Buch „einzunehmen“?

Man kann das Buch zwar von jeder beliebigen Stelle aus anfangen zu lesen, ich empfehle trotzdem, es chronologisch „zu verzehren“. Zu Beginn definiere ich Begriffe und Termini, die später im Text wichtig sind, dann ist es gut zu wissen, worüber wir überhaupt reden, und sinnvoll, diese Begriffe schon zu kennen. Wenn du jedoch mit dem theoretischen Teil schon ganz gut vertraut bist, kannst du sofort zum Beispiel zu den Lernmethoden gehen. Das gilt natürlich auch umgekehrt; falls dir Lernmethoden schon vertraut sind, kannst du dich mit den anderen Themen beschäftigen.[7]

Zu einigen Themen gibt es kleine Übungen, bei anderen Themen fehlen sie. Ich war jedoch nicht zu faul, Übungen zu konzipieren, sondern ich überlasse dir teilweise die Konzeption dieser Übungen selbst, da dann der Lerneffekt gewaltig steigt!

Auch bei häufigem und dauerndem Gebrauch des Buches besteht übrigens keinerlei Gefahr für unsere Denk- und Lernprozesse!

2.4   Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Schädliche Nebenwirkungen sind nicht bekannt. Folgende positiven Nebenwirkungen sind zu erwarten:

  1. steigende Motivation

  2. sinkender Stresspegel

  3. Milderung der Lernangst

Bei Nebenwirkungen, auch solchen, die hier nicht erwähnt sind, wende dich an deinen Autor, also an mich. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die oben nicht angegeben sind.

2.5   Wie ist dieses Buch aufzubewahren?

Das Buch ist für alle Interessenten zugänglich aufzubewahren. Es gibt kein Verfallsdatum (hoffe ich zumindest).

2.6   Weitere Informationen: Was dieses Buch enthält

216 Seiten Text. 55 Abbildungen und 4 Tabellen. 81 Literaturzitate. 13 Literaturempfehlungen.

3   Lebenslanges Lernen – wer von diesem Buch profitiert

[8]

Als ich mir überlegte, ein Buch zum Thema Lernen zu schreiben, war der erste Gedanke der, dass nur Studenten von diesem Buch profitieren werden, da sie sich am meistens mit dem Lernen beschäftigen. Am meisten schon, aber nicht exklusiv! Auch nach dem Studium, wenn wir keine Studenten mehr sind und ins Berufsleben einsteigen, müssen wir lernen, besonders am Anfang! Früher war es üblich, dass man seinen Beruf bis zur Rente erfolgreich und glücklich ausübt, heute ist das eher die Ausnahme. Wir üben in unserem Leben mehrere Berufe und unterschiedliche Tätigkeiten aus, für die wir Weiter- bzw. Fortbildung brauchen. Wir lernen immer, unser ganzes Leben lang, mal mehr, mal weniger, aber durchgehend. Auch wenn wir nicht mehr arbeiten und im Ruhestand sind, lernen wir, um zum Beispiel nicht dement zu werden. Erst mit dem Tod beenden wir unsere Lernhistorie. Lebenslanges Lernen ist in aller Munde. Wir befinden uns unser ganzes Leben im permanenten Lernkontinuum. Das lebenslange Lernen ist auf allen politischen Ebenen anerkannt und wird auch unterstützt.

Lernen verfolgt mehrere Ziele. Norbert Seel definiert diese Ziele (Seel, 2003), die ich entsprechend meiner Erfahrung in der Hochschuldidaktik folgendermaßen angepasst habe:

  1. Lernen mit dem Ziel, die Information (z. B. Wissen) zu behalten (Information/Wissen)

  2. Lernen von Verfahren (z. B. Lernen lernen, Arbeiten lernen u. Ä.) (Handeln)

  3. Lernen mit dem Ziel „können“: Transfer von Fähigkeiten zu Fertigkeiten (Können)

  4. Lernen mit dem Ziel, das vertiefte Interesse an einem Gegenstand zu erlangen und eine werthaltende Einstellung aufzubauen (Kompetenz[9])

  5. Lernen mit dem Ziel späterer Übertragung (Transfer)

  6. Lernen mit dem Ziel einer Verhaltensänderung (Professionalität)

  7. Lernen mit dem Ziel der Problemlösung (Professionalität)

Die Ziele werden wir noch einmal am Ende des Buches aufgreifen, wenn wir das Konzept „Stufen zur Professionalität“ von Johannes Wild besprechen.

Das Thema Lernen in den unterschiedlichen Altersabschnitten möchte ich gern im Kapitel „Was haben wir im Kopf“ etwas vertiefen. Hier sei Folgendes angemerkt: Es wird oft behauptet, die Lernfähigkeit verschlechtere sich mit dem Alter. Niemand bestreitet, dass Kinder und Heranwachsende am effektivsten und produktivsten lernen. Der ganze Lebensabschnitt ist von der Natur dafür vorgesehen zu lernen. Dann soll es irgendwann zu einer Stagnation der Lernfähigkeit kommen und ab einem gewissen Alter soll auch das Lernvermögen stark sinken. Diese These entspricht allerdings nicht ganz der Realität. Auch im hohen Alter sind wir fähig zu lernen. Probleme bereitet allerdings der Zugang zum Erlernten (Craik und Bialystok, 2006).

Zusammengefasst lautet die Antwort auf die Frage, wer von diesem Buch profitiert soll: alle, die lesen können. Ich schrieb zwar oben, dass das Buch am besten für Menschen ab ca. 16 Jahren geeignet ist, also für Heranwachsende in den letzten Schulklassen. Dennoch kann das Buch auch für jüngere Schüler von Nutzen sein. Wer kann noch von diesem Buch profitieren? Menschen, die gerade am Anfang ihres Berufslebens stehen. Menschen, die (berufliche) Veränderungen angehen wollen. Menschen, die sich weiterentwickeln wollen. Rentner und Senioren, die ihr Gehirn weiter aktiv halten wollen … alle, die beim Lernen und vom Lernen Spaß haben wollen![10]

4   Schlüsselkompetenzen

Nicht alle Kompetenzen, die für das Leben relevant sind, können in unserer Grundbildung erworben werden. Diese lebensrelevanten Kompetenzen ändern sich im Laufe unseres Lebens und entwickeln sich mit dem Alter weiter und manchmal leider auch zurück. Wir brauchen diese Eigenschaften aber, um uns den Anforderungen einer sich ständig ändernden Umwelt anzupassen. Sie sind für unser Leben schlüssig und genau deswegen heißen sie Schlüsselkompetenzen.

Das Wort Schlüsselkompetenz oder dessen englisches Äquivalent „soft skill“ ist heutzutage in aller Munde und geht mit dem Begriff des lebenslangen Lernens einher. Ausnahmsweise werde ich die Duden-Definition des Begriffes hier nicht angeben. Warum? Diese Aufgabe überlasse ich euch: Bitte schaut im Duden nach, wie der Begriff definiert wird, und vergleicht ihn dann mit der unterstehenden Definition. Eine von mir geliebte Definition bietet Helen Orth (Orth, 1999): „Schlüsselkompetenzen sind erwerbbare allgemeine (nicht fachspezifische) Fähigkeiten, Einstellungen und Wissenselemente, die bei der Lösung von Problemen und beim Erwerb neuer Kompetenzen von Nutzen sind, so dass eine Handlungsfähigkeit entsteht, individuellen und gesellschaftlichen Anforderungen gerecht zu werden.“[11]

Kompetenzen sind nicht gleich Qualifikationen, so Orth: „‚Kompetenz’ ist, im Gegensatz zu ‚Qualifikation’, subjektbezogen, bezieht sich auf die Entwicklungsmöglichkeiten und Handlungsfähigkeit der ganzen Person und erstreckt sich auf Werthaltung und Einstellungen.“ Wobei Kompetenzen (auch die Schlüsselkompetenzen) eine Brücke zwischen unserer Persönlichkeit und erworbenen Qualifikationen bauen. Wenn unsere Persönlichkeit nur sehr begrenzt veränderbar ist, sind die Qualifikationen, die wir erlernen können, stark veränderbar.

Abbildung

Abb. 1: Schlüsselkompetenzen

Man unterscheidet im Allgemeinen vier Klassen von Schlüsselkompetenzen:

  1. Selbstkompetenzen (Haltung zur Welt, zur Arbeit und zur eigenen Person): Flexibilität, Selbstständigkeit, Durchsetzungsvermögen, Entscheidungsfähigkeit, Zuverlässigkeit, Verantwortlichkeit, Ausdauer etc.

  2. Methodenkompetenzen (Fähigkeit, adäquate Problemlösungsstrategien zu entwickeln, auszuwählen und anzuwenden): Kreativität, Problemlösefähigkeit, Transferfähigkeit, Lernfähigkeit, Konzentrationsfähigkeit, Genauigkeit, analytisches, logisches und abstraktes Denken, selbstständiges Lernen, Kritik- und Urteilsfähigkeit, Verhandlungsgeschick etc.

  3. Sachkompetenzen (bereichsübergreifend einsetzbare Kenntnisse und Fertigkeiten): Fremdsprachenkenntnisse, EDV-Kenntnisse, Managementkompetenz etc.

  4. Sozialkompetenzen (Fähigkeit, Informationen auszutauschen, zu kommunizieren sowie soziale Beziehungen aufzubauen, zu gestalten und zu pflegen): Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit, Verhandeln etc.[12]

Lernen gehört auch zu den Schlüsselkompetenzen und repräsentiert eine Metaschlüsselkompetenz, die aus einer Synthese von Selbst-, Methoden-, Sach- und Sozialkompetenzen besteht. Wir werden später näher darauf eingehen. Mit diesem Buch möchte ich die Lernkompetenz fördern, also, die Fähigkeit, einen Lernprozess zu überdenken, zu beginnen und weiterzuführen, den Prozess zu begleiten, durch die Anerkennung von Lerntypologie, durch die Zielsetzung, den effizienten Umgang mit Zeitressourcen und durch die effiziente Auswahl an Lernmethoden. Lernkompetenz beinhaltet die Motivation, das Selbstvertrauen und den gesunden Umgang mit Stress. Schließlich umfasst Lernkompetenz die Fähigkeit, Hindernisse zu überwinden, und die Reflexion über das eigene Lernen, um erfolgreich weiterzulernen.