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Schäffer-Poeschel Verlag für Wirtschaft · Steuern · Recht GmbH, Stuttgart

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April 2017

Schäffer-Poeschel Verlag Stuttgart
Ein Tochterunternehmen der Haufe Gruppe

Vorwort

Anfang November 2014 hat die Europäische Zentralbank die Aufsicht über die Banken im Euro-Währungsgebiet übernommen. Im Rahmen des Single Supervisory Mechanism (SSM) beaufsichtigt sie nunmehr über 120 bedeutende Banken und Bankengruppen in der Eurozone direkt und die restlichen Banken indirekt über die Vorgabe von Aufsichtsstandards. Für alle Banken in der Europäischen Union gelten zudem die regulatorischen und technischen Standards der European Banking Authority (EBA). Damit einher geht die Anwendung des Supervisory Review and Evaluation Process (SREP), der eine einheitliche Vorgehensweise für die europaweite Aufsichtspraxis im SREP definiert und der aus bereits in Basel II vorhandenen Elementen weiterentwickelt wurde. Auch für weiterhin national (d. h. durch Bundesbank und BaFin) beaufsichtigte Institute kommen die Vorgaben der EBA bzgl. des SREP zum Einsatz und wurden 2016 erstmals in ihrer künftigen Anwendung vorgestellt.[2]

Der SREP umfasst dabei neben einer Kategorisierung von Kreditinstituten und der Überwachung von Schlüsselindikatoren insbesondere vier Analysegegenstände:

  1. Analyse des Geschäftsmodells

  2. Beurteilung der Governance und Kontrollumgebung

  3. Beurteilung der Adäquanz der internen Risikosteuerung für kapitalwirksame Risiken

  4. Beurteilung der Adäquanz der internen Risikosteuerung für Liquiditäts- und Refinanzierungsrisiken (Fundingrisiken).

Am Ende des Prozesses stehen eine Gesamtbeurteilung der verschiedenen Aspekte des Kreditinstituts und schließlich mögliche Anforderungen an die Kapital- und Liquiditätsausstattung.

Wesentlich bei der Beurteilung der Angemessenheit, insbesondere der regulatorischen Kapitalausstattung, sind Risikobeträge, die durch die regulatorischen Anrechnungsbeträge der Säule I nicht oder nicht vollumfänglich erfasst sind. Diese können zum Teil aus internen Verfahren abgeleitet werden. Damit ergibt sich neben den im Rahmen von Basel II etablierten drei Säulen, das heißt[3]

I. Vorgabe regulatorischer Mindestkapitalanforderungen (Säule I)

II. Anforderungen an den aufsichtlichen Überprüfungs- und Überwachungsprozess (SREP, Säule II)

III. Offenlegungsanforderungen (Säule III)

ein weiteres Konstrukt, die sogenannte ›Säule I+‹.

Im Fokus des vorliegenden Buches stehen die neuen aufsichtlichen Mechanismen der Säule II und insbesondere deren Zusammenwirken und Konsequenzen für die Banksteuerung. Hierbei wird – ausgehend vom SREP und seinen Komponenten – der für die künftige Eigenmittelanforderung für Kreditinstitute von der Aufsicht angestrebte ›Lückenschluss‹ dargestellt und analysiert. In diesem Kontext spielen auch verschiedene prospektive Prozesse wie Kapital- und Risikoplanung oder Stresstests eine wesentliche Rolle.

Die behandelte Thematik ist somit höchst aktuell und für alle Kreditinstitute (sowohl für direkt als auch für indirekt durch die EZB beaufsichtigte) von großer Relevanz. Der Wandel in der aufsichtlichen Vorgehensweise wird die regulatorische wie auch die ökonomische Steuerung einer jeden Bank künftig nachhaltig beeinflussen.

Das Buch richtet sich an Entscheider und Experten der Bereiche Risikocontrolling, Risikomanagement, Finanzen und Meldewesen in Banken und Sparkassen sowie ferner an Unternehmensberater und Prüfer (sowohl interne Prüfer als auch an Wirtschaftsprüfer) und darüber hinaus an Studierende der Wirtschaftswissenschaften oder Bankwirtschaft.[4]

Aufgrund des Themas spricht es sowohl sogenannte bedeutende Institute, d. h. solche, die direkt der EZB-Aufsicht unterliegen, als auch weniger bedeutende, d. h. durch Bundesbank bzw. BaFin beaufsichtigte Kreditinstitute an. An dieser Stelle sei jedoch nachdrücklich darauf hingewiesen, dass der gesamte Themenkomplex ›SSM, SREP und Säule I+‹ noch viele Facetten hat, deren endgültige Ausprägungen noch nicht final bestimmt sind. Da sich aber die Grundzüge und wesentlichen Merkmale herauskristallisiert haben, lohnt sich eine eingehende Beschäftigung bereits jetzt unbedingt.

Das Thema hat aufgrund seiner strategischen Bedeutung eine hohe hierarchieübergreifende Relevanz – von der Vorstandsebene bis zu den involvierten Expertinnen und Experten.

Wir danken ausdrücklich Herrn Dr. Stefan Blochwitz, Deutsche Bundesbank, für die Bereitschaft, den SREP-Ansatz der deutschen Aufsicht für die weniger bedeutenden Institute sowie die Ratio dahinter eingehend und sehr anschaulich darzustellen. Darüber hinaus danken wir Kolleginnen und Kollegen aus der Bankenindustrie und der KPMG für die kritische Durchsicht des Manuskripts und zahlreiche wertvolle Anregungen und Hinweise. Trotz aller Sorgfalt eventuell verbliebene Fehler gehen selbstverständlich ausschließlich zu Lasten der Autoren.

Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern eine interessante und gewinnbringende Lektüre.

Daniel A. Quinten und Carsten S. Wehn

München und Frankfurt am Main, Januar 2017[5]