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Hinweis zum Urheberrecht

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Schäffer-Poeschel Verlag für Wirtschaft - Steuern - Recht GmbH

[VI]Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Print: ISBN: 978-3-7910-4325-8 Bestell-Nr.: 10158-0002
ePDF: ISBN: 978-3-7910-4326-5 Bestell-Nr.: 10158-0151

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© 2019 Schäffer-Poeschel Verlag für Wirtschaft · Steuern · Recht GmbH

www.schaeffer-poeschel.de

service@schaeffer-poeschel.de

Umschlagentwurf: Goldener Westen, Berlin

Umschlaggestaltung: Kienle gestaltet, Stuttgart

Satz: Claudia Wild, Konstanz

Februar 2019

Schäffer-Poeschel Verlag Stuttgart

Ein Unternehmen der Haufe Group

[1]VORWORT

[2]Davon geht man aus

In vielen Berufen setzt man voraus, dass Sie sich oder Ihre Tätigkeit schriftlich und mündlich überzeugend darstellen können. Ob Sie Beamter sind oder Angestellter, Firmeninhaber oder Freiberufler: Niemand kommt auf die Idee, Sie zu Schulungen zu schicken, bevor Sie zum ersten Mal Mailings verfassen, vor Kollegen Vorträge halten, Treffen leiten oder Konzepte vorstellen.

Ähnlich verhält es sich, wenn Sie Ämter in Vereinen, Verbänden, Innungen oder Kammern übernehmen. Ob Präsident oder Vorsitzender, Schriftführer oder Pressereferent: Dass Sie gut schreiben, reden, moderieren und präsentieren – davon geht man aus.

Diese Toolbox hilft Ihnen, die in Sie gesetzten Erwartungen zu erfüllen. Schon wenn Sie die Anleitungen erstmalig anwenden, erzielen Sie erkennbare Erfolge. Ihr Publikum ist aufmerksamer und aufgeschlossener. Es zieht mehr Nutzen aus Ihrem Text, Ihrem Vortrag, Ihrer Moderation oder Ihrer Präsentation. Und es ist dankbar, dass Sie ihm ein Erlebnis bereiten.

Das Buch katapultiert Sie mit nur 100 Empfehlungen in die Spitzengruppe der „Nebenbei-“ Autoren, Redner, Moderatoren und Präsentatoren. Zwar könnten Sie noch mehr optimieren. Aber Sie wollen ja keine neue Karriere beginnen, sondern Ihr Können erweitern und Ihr Kerngeschäft stärken. Daher mutet Ihnen das Buch auch keine psychologischen oder sprachwissenschaftlichen Herleitungen zu. Selbst auf die Gefahr des Vorwurfs, das eine oder andere klinge ein wenig apodiktisch: Der Vorrang liegt auf unmissverständlichen und leicht umsetzbaren Tipps.

Dies ist das Versprechen: Setzen Sie die Anleitungen um, bringen Sie Ihre Persönlichkeit, Ihre Fähigkeiten und Ihr Wissen mit geschliffenem Text, überzeugender Rhetorik, publikumsnaher Gesprächsführung und anschaulicher Argumentation so eindrucksvoll zur Geltung, dass es zur Freude wird, mit Ihnen zusammenzuarbeiten.

[3]Dieses Buch

Arbeiten Sie dieses Buch bitte von vorne bis hinten durch, denn alle Anleitungen bauen aufeinander auf. Überspringen Sie nichts – und erst recht nicht den ersten Abschnitt („perfekt schreiben“), denn er schafft die Grundlagen für alles Weitere, auch für das gesprochene Wort. Lesen Sie nicht nur den Text, sondern nehmen Sie sich auch ein paar Minuten Zeit, die vorgeschlagenen Übungen zu absolvieren; wenn Sie einen Tipp selbst umgesetzt haben, bleibt er besser präsent.

Das Buch enthält am Ende jedes Hauptkapitels eine „Route“. Sie ist Agenda und Checkliste zugleich. Sie sollten die Route vor der Erstellung eines Texts, einer Rede, einer Moderation oder einer Präsentation wie eine Roadmap lesen, die die Etappen Ihrer Reise enthält. Sind Sie fast am Ziel, nehmen Sie die Route ein zweites Mal zur Hand und prüfen, ob Sie keine Station ausgelassen haben.

Danach haben Sie die Möglichkeit, jeweils eine längere Übung zu bearbeiten und an das Team von perfektmachen.de zu schicken, dem auch der Autor angehört. Dort optimiert man Texte, Reden, Moderationen und Präsentationen. Insgesamt können Sie diese Möglichkeit vier Mal in Anspruch nehmen. Die Korrekturen Ihrer Übungen erfolgen kostenlos. Auch besteht die Möglichkeit, ein Videocoaching zu absolvieren. Mehr dazu finden Sie auf Seite 258.

Im Buch verweist die Rubrik „Website“ auf www.perfektmachen.de. Dort finden Sie Übungstexte und Links zu Software in ihrer aktuellen Version.

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Über den Autor

Werner Lauff ist Moderator und Redner mit dem Spezialgebiet Medien, Telekommunikation und Internet. Daneben ist er Coach und Trainer zu den Themen dieses Buchs (lauff@lauff.org, www.lauff.org). Der Jurist und Journalist war zuvor als Redenschreiber im Deutschen Bundestag und als Geschäftsführer von Medienunternehmen tätig, unter anderem bei Bertelsmann und AOL. Lauff ist Autor mehrerer Fachbücher und anderer Publikationen. Er lebt im oberbayerischen Landsberg am Lech.

Über www.perfektmachen.de

Der Autor gehört einem Team von Journalisten an, das Texte, Reden, Moderationen und Präsentationen optimiert, wenn sie inhaltlich fertig sind, aber der letzte sprachliche, grafische oder dramaturgische Schliff fehlt.

Foto: Jörg Steffens, joergsteffens.com

Bitte verstehen Sie Begriffe wie „der Redner“ oder „der Zuhörer“ geschlechtsneutral. Zur besseren Lesbarkeit hat der Autor auf „der/die Redner(in)“ und „die Zuhörer/innen“ verzichtet. Die Worte „Folie“ und „Chart“ bezeichnen das Gleiche: eine vom Computer an die Wand projizierte Illustration von Aussagen, die in der Summe eine Präsentation bilden.

[5]EINLEITUNG

[7]Methoden, die Sie kennen sollten

Der erste Schritt zum Text, zur Rede, zur Moderation oder zur Präsentation besteht darin, Ideen, Fakten, Fragen, Argumente, Zahlen und Illustrationen zu sammeln.

Dafür ist klassische Office-Software süßes Gift. Zwar sieht es nach kurzer Zeit so aus, als hätten Sie bereits einiges geschafft; die ersten Seiten oder Folien sind ja schnell gefüllt. Das Problem tritt aber auf, wenn Sie Ihre Gedanken neu ordnen wollen. Dann fällt in einer Textverarbeitung komplizierte Verschiebearbeit an. PowerPoint ist zwar etwas geeigneter, weil Sie Folien mit der Maus verschieben können. Das gilt allerdings auch nur dann, wenn Sie nach dem Prinzip „Ein Gedanke, ein Chart“ vorgehen und die Zahl Ihrer Gedanken überschaubar bleibt.

Es geht aber nicht nur um Praktikabilität. Wenn Sie Ihre Ideen in PowerPoint eingeben, besteht die große Gefahr, dass Sie später all das, was Sie sagen wollen, auch auf die Leinwand projizieren – und das führt zu schrecklichen Präsentationen.

Deswegen startet dieses Buch mit einer dringenden Empfehlung: Lassen Sie anfänglich die Textverarbeitung und Präsentationssoftware aus dem Spiel. Konzipieren Sie Ihre Texte, Reden, Moderationen und Präsentationen anders. Die klassische Art und Weise wäre, Karteikarten oder Zettel zu beschriften und sie an einer Magnet- oder Pinnwand zu sortieren. Durch Verschieben bringen Sie Aussagen in eine andere Reihenfolge, durch Einrücken verdeutlichen Sie Über- und Unterordnungen. Auch der klassische Karteikasten kann dazu dienen, Ideen zu ordnen, Kapitel zu bilden und Texte zu gliedern.

Allerdings geht das Ganze auch mit weniger Materialaufwand, nämlich am Computer. Dafür gibt es Outlining-Tools, Mindmapping-Programme und Autorensoftware.

[8]Outliner (Gliederungseditoren)

Outlining ist eine Methode, Gedanken „von Null an“ zu sammeln und in eine Struktur zu bringen. Sie notieren Ihre Ideen zunächst völlig ungeordnet. Dann bringen Sie die Gedanken in eine logische Reihenfolge. Dazu verschieben Sie die Stichworte mit der Maus nach oben oder unten. Sie können ein Thema einrücken und zu einem Unterthema machen. Sie können auch Unterthemen von Unterthemen bilden, also Stichworte verschachteln. Verschieben Sie Themen mit der Maus, wandern die Unterthemen automatisch mit. Im Laufe Ihrer Arbeit kommen immer mehr Stichworte hinzu und Ihre Gliederung wird immer perfekter.

Bei etwas aufwändigeren Programmen können Sie jeden Listeneintrag mit Textteilen versehen und um Bilder, Screenshots oder Grafiken ergänzen. Je nachdem wie vielfältig die verwendbaren Dateitypen sind, überschreiten Outliner die Schwelle zu Dokumentenmanagementsystemen oder, anders ausgedrückt, zum papierlosen Büro.

Wie lange Sie Ihren Text, Ihre Rede, Ihre Moderation oder Ihre Präsentation im Outliner bearbeiten, hängt von Ihnen ab. Wenn Sie die Gliederung als PDF, Text-Datei oder im HTML-Format ausdrucken, haben Sie in vielen Fällen schon einen ausreichenden Stichwortzettel, um kleine Auftritte ohne Manuskript zu absolvieren.

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Abgebildet ist die kostenlose Software UVOutliner (für Windows). Interessieren Sie sich für Programme zum Archivieren und Kategorisieren von Dokumenten, finden Sie Empfehlungen auf der Website.

[10]Mindmapping

Auch Mindmapping-Programme und Mindmapping-Onlinedienste wie MindMeister sind im Grunde Outliner (wie die Abbildung auf der folgenden Seite verdeutlicht), aber ihr Schwerpunkt liegt auf der grafischen Darstellung der Elemente. Während eine Outliner-Software durch die einfache Ergänzung der Knoten um Texte und Bilder punktet, stellt eine Mindmap Zusammenhänge klarer dar. Mindmapping ist besonders für visuell arbeitende Menschen geeignet. Vielen Anwendern prägen sich Mindmaps so sehr ein, dass sie den Ausdruck einer Map auf Papier gar nicht mehr benötigen – sie rufen das Bild ab, das sie vor Augen haben.

Screenshots unten und auf der nächsten Seite: XMind (für Windows). Alternativen sind simplemind und Mind-Manager (jeweils für Windows und MacOS) oder Online-Mindmapping-Dienste.

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[12]Autoren-Software

Es gibt Programme, die Autoren helfen, Romane zu verfassen. Bei dieser Textgattung kommt es besonders darauf an, Charaktere zu entwickeln, Orte zu beschreiben und parallele Handlungsstränge zu verwalten. Programme dieser Art haben fast immer auch eine Outliner-Funktion, mit der man das erdachte Geschehen strukturieren und in eine Abfolge bringen kann. Einige Programme greifen auf Kreidetafel-, Whiteboard- oder Karteikarten-Arrangements zurück, imitieren also das, was man im „realen“ Leben vor der PC-Zeit gemacht hat.

Für Belletristik sind solche Programme äußerst hilfreich, für alltägliche Texte sind sie aber ein wenig überdimensioniert. Außerdem sind sie kostenpflichtig.

Abgebildet ist Scrivener von „Literature and Latte“, eine weitverbreitete Software für Windows und MacOS.

Das Fazit: Wenn Sie Texte, Reden, Moderationen und Präsentationen optimal vorbereiten wollen, starten Sie am besten mit einem Outliner- oder einem Mindmapping-Programm und verlassen Sie es erst dann, wenn Sie glauben, dass Sie den Inhalt vollständig strukturiert haben. Für die Textverarbeitung bleibt dann die Verfeinerung, für PowerPoint die Illustration.

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[14]Sonderfall Papyrus

Das Programm „Papyrus“ bietet zwar die Funktionalität klassischer Autorensoftware, stellt aber die Textkorrektur in den Mittelpunkt.

Die Software wendet rechtschreibmäßig den Duden und stilmäßig eigene Regeln an, die mit denen teilidentisch sind, die Sie in diesem Buch kennenlernen. Allerdings sind der Automation Grenzen gesetzt. Die Vielfalt von Texten können selbst solche Programme nicht adäquat abbilden. Im konkreten Fall moniert Papyrus in einem zufällig ausgewählten Text zwar Passiva (wurden/werden) und Amtsdeutsch („im Wasser liegend“). Aber einige stilistische Dinge, die ins Auge fallen (Kann ein Heim etwas melden?) oder Doppelungen wie Nacht/Mitternacht lässt die Software unbeanstandet. Außerdem macht sie auch ratlos: Wenn die Frau verstorben ist, kann man das als überflüssig markierte Adjektiv „tot“ kaum weglassen.

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[15]PERFEKT
SCHREIBEN

[16]Die Anleitungen zu PERFEKT SCHREIBEN

Vermerke, Anträge, Sitzungsvorlagen, Stellungnahmen, Protokolle, Einladungen, Berichte. Sie verfassen täglich Dutzende dienstlicher oder geschäftlicher Texte, als E-Mail oder auf Papier. Nach welchen Regeln gehen Sie vor? Gemeint sind nicht Schul-Überbleibsel wie „Einleitung, Hauptteil, Schluss“ oder Allgemein-Weisheiten wie „In der Kürze liegt die Würze“. Es geht um strategische Regeln, die das Geschriebene instruktiv und eindrucksvoll machen.

Die meisten von Ihnen kennen solche Regeln nicht, sondern verlassen sich auf ihre Erfahrung und Intuition. Das führt zu „normalen“ Texten, die nur selten aus der Masse hervorstechen. Wenn Sie sich die Zeit nehmen, die 31 Anleitungen in diesem Abschnitt einzuüben und anzuwenden, ändert sich das. Es fällt leichter, Ihre Gedanken nachzuvollziehen, Ihre Argumente anzuerkennen und Ihre Gefühle zu teilen. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Ihre Adressaten die Überzeugung gewinnen, die Sie generieren wollen.

Der Hauptgrund dafür liegt in der Einfachheit, mit der Sie punkten. Sie reduzieren die Übersetzungsarbeit, das Grundproblem schriftlicher und mündlicher Kommunikation. Ihre Leser und Zuhörer „ticken“ ja nicht so wie Sie. Jeder hat sein eigenes Leben, seine eigenen Prägungen, anderes Vorwissen, andere Grundauffassungen. Daher müssen Ihre Leser und Zuhörer das, was Sie äußern, so umwandeln, dass daraus bei ihnen neues Wissen, nachhaltige Gefühle oder feste Entschlüsse entstehen. Das darf kein komplizierter Vorgang sein.

Deswegen: Wer gut schreibt, hat schon halb überzeugt – und außerdem ein großes Stück auf dem Weg zu perfekten Reden, Moderationen und Präsentationen zurückgelegt. Denn alle Anleitungen, die Sie in diesem Abschnitt finden, benötigen Sie auch in den anderen Disziplinen. Das gilt selbst dann, wenn Sie bei Vorträgen spontan formulieren und Ihre Präsentationsfolien rudimentär sind – je mehr Sie sich auf Sprache verlassen, umso mehr muss es gute Sprache sein.

[17]Einfachheit wollen

Der Schlüssel zu Verständlichkeit und Überzeugungskraft ist sprachliche Einfachheit. Allerdings müssen die Verfasser von Texten sie auch wollen. Manche wählen absichtlich komplizierte Sprachformen. Dafür gibt es vier Gründe.

absichern. Wer bei der Beurteilung eines Mitarbeiters zu dem einfachen Satz „Wir sollten sein Gehalt erhöhen“ keinen Mut hat und stattdessen „Eine Gehaltsanpassung wäre zu prüfen“ schreibt, schafft risikoreduzierende Ambivalenz.

verschleiern. Manche Verfasser abstrahieren, verbrämen und lenken ab, weil sie etwas verbergen wollen. Ein Beispiel: Netzbetreiber möchten von Videoportalen künftig Geld kassieren. Um das zu verschleiern, sprechen sie von zeitkritischen Anwendungen und Spezialdiensten, die Serviceklassen und managed services erfordern. In die Kategorie Verschleierung fällt oft auch der Einsatz des Passivs („Es wurde versäumt“).

mogeln. Zuweilen täuschen Autoren mit mehrdeutigen Formulierungen Wissen und Beurteilungskompetenz vor, obwohl sie das Thema nicht durchdrungen haben. Ein Indiz dafür ist, wenn Autoren unterschiedliche Meinungen darstellen, ihre eigene aber aussparen.

akademisieren. Viele Menschen schreiben kompliziert, weil sie es aufgrund ihrer akademischen Ausbildung gewohnt sind. Der dort verlangte elaborierte Code ist meist nicht notwendig: Wissenschaft kann auch verständlich sein.

Dieses Buch geht davon aus, dass Sie keinerlei Absichten dieser Art haben. Sie wollen sich nicht absichern und nichts verschleiern. Sie wollen keine Wissenslücken verbergen und keine Gelehrsamkeit belegen. Wenn Sie diese Voraussetzungen erfüllen, erreichen Sie auch Einfachheit. Sie müssen sie nur wollen.

[18]Formulieren – komponieren – argumentieren – perfektionieren

formulieren. Wie Sie aus Worten gute Sätze machen. Anleitungen 1 bis 6.

Sie befassen sich zunächst mit den Grundlagen des verständlichen Schreibens. Sie lernen beispielsweise die Regel „Ein Gedanke, ein Satz“, achten auf die Wortstellung und vermeiden überflüssige Substantivierungen. Wenn Sie die Anleitungen 1 bis 6 befolgen, überholen Sie viele Autoren in Sachen Klarheit und Verständlichkeit. Es mag sein, dass Ihnen Ihre Sätze danach etwas nackt erscheinen. Aber warten Sie ab – Sie kleiden sie gleich noch ein.

komponieren. Wie Sie aus guten Sätzen gute Texte machen. Anleitungen 7 bis 19.

Als Nächstes gestalten Sie Ihren Text so, dass man ihn gerne liest, dass er gut klingt, dass man Ihnen bei einem Vortrag gerne zuhört. Zum Beispiel, indem Sie Ihre Leser und Zuhörer mit ersten Sätzen neugierig machen und Bilder in ihren Köpfen erzeugen. Ihre Adressaten folgen Ihren Gedankengängen dann aufmerksamer. Mit den Anleitungen zur Komposition legen Sie zugleich eine gute Grundlage, falls Sie belletristisches Schreiben erwägen.

argumentieren. Wie Sie Texte strategisch optimieren. Anleitungen 20 bis 27.

Wenn Sie nicht nur informieren oder unterhalten wollen, sondern es Ihr Anliegen ist, Ihre Adressaten zu motivieren, an sie zu appellieren oder sie zu etwas zu veranlassen, dann sollten Sie weitere Werkzeuge nutzen. Sie können beispielsweise die Satzfolge optimieren, mit bestimmten Techniken Gefühle erzeugen und mögliche Einwände vorwegnehmen. Mit diesen und anderen Methoden haben Sie gute Chancen, Ihre Ziele argumentativ zu erreichen.

perfektionieren. Wie Sie Texte druckreif machen. Anleitungen 28 bis 31.

Im vierten und letzten Schritt gehen Sie noch einmal mit dem Rotstift drüber. Sie überprüfen Ihren Text auf Unlogisches und Überflüssiges, streichen Doppelungen und reduzieren Anglizismen. Wenn es sich um einen geschriebenen Text handelt, ist er jetzt druckreif. Handelt es sich um ein Redemanuskript, ist die Arbeit noch nicht ganz beendet – doch dazu mehr bei „perfekt reden“.

[19]Das Problem der Oder-Suche

Einige der Anleitungen im Abschnitt „perfekt schreiben“ enthalten den Ratschlag, Ihre Texte nach bestimmten Worten oder Wortendungen zu durchsuchen. Der Grund dafür ist, dass diese Elemente Indikatoren für problematische Sprachkonstruktionen sind. Wenn sie in Ihrem Text vorkommen, sollten Sie den jeweiligen Satz noch einmal überprüfen und möglichst in eine bessere Form umwandeln.

Fast immer handelt es sich nicht um einen einzelnen Suchbegriff, sondern um mehrere Begriffe oder Wortteile, die Sie aufspüren sollen, zum Beispiel werd, wird, word, wurd. Das ist in klassischer Office-Software ein Problem. Soweit ersichtlich können Sie in Textverarbeitungsprogrammen ohne Makro-Programmierung oder add-ons keine Suche durchführen, die Ihnen alle Fundstellen zeigt, die entweder werd oder wird oder word oder wurd enthalten. Theoretisch müssten Sie daher bei x Begriffen x Suchvorgänge nacheinander ausführen. Das sind Sie nach kurzer Zeit leid.

Die kostenlose OpenSource-Software DocFetcher ist eine gute Lösung für dieses Problem (siehe Screenshot auf der folgenden Seite). Sie können DocFetcher zum Auffinden mehrerer Suchbegriffe so einsetzen:

Schritt 1

Erstellen Sie in einem leeren Ordner (z. B. C:\Temp) eine Kopie Ihres Dokuments (z. B. Textkopie.docx).

Schritt 2

Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den „Suchbereich“ (links unten auf dem Bildschirm) und lassen Sie alle Dateien im Ordner C:\Temp (faktisch also nur Ihre Datei Textkopie.docx) indexieren.

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Schritt 3

Kopieren Sie eine der empfohlenen, bereits konfektionierten, Suchen (www.perfektmachen.de) oder geben Sie das Gesuchte manuell ins Suchfeld ein oder rufen Sie mit Klick auf den senkrechten Pfeil eine frühere Suche wieder auf.

Formulieren Sie eigene Suchen, verwenden Sie die Syntax Wort1 OR Wort2 OR „Kombination von Worten“ OR … Der Ausdruck kann lang sein. Beispiel: Köln OR Düsseldorf OR Duisburg OR „Das schöne Rheinland“. Begriffe aus mehreren Worten müssen mit Anführungszeichen umschlossen sein.

[21]Sie können die empfohlenen Suchen auch ergänzen. Wollen Sie beispielsweise nicht nur Blähworte finden (dazu mehr in Anleitung 29), sondern auch prüfen, ob Sie den eigenen Firmennamen „Meier und Söhne“ zu häufig verwenden, können Sie beispielsweise Blähwort1 OR Blähwort2 OR Söhne eingeben.

Natürlich müssen Sie nicht jedes Mal online gehen, um die konfektionierten Suchen abzurufen. Sie können Sie lokal abspeichern. Allerdings aktualisiert das Team von perfektmachen.de die Liste der „Unworte“ ab und zu, beispielsweise, wenn ein neuer Anglizismus im Sprachgebrauch auftaucht.

Schritt 4

Nun zeigt Ihnen die Software im Dateifeld (oben) Ihre Datei Textkopie.docx an. Klicken Sie darauf, erscheint der Text im unteren Fenster mit allen markierten Fundstellen. Sie können jetzt jede Fundstelle prüfen und in Ihrem Originaltext Verbesserungen vornehmen.

[22]1 Die Regel „Ein Gedanke, ein Satz“ anwenden

Welchen Umsatz haben Sie in diesem Jahr erzielt, wie hoch war er im Vorjahr, worauf ist die Veränderung zurückzuführen, wie stellt sich die Entwicklung im Branchenvergleich dar und haben Sie das erwartet?

Würden Sie so eine Frage stellen? Wahrscheinlich nicht. Fünf Fragen in einem Satz, das klingt inquisitorisch und birgt die Gefahr, dass Ihr Gegenüber Teile überhört oder vergisst. Stattdessen würden Sie nach dem Grundsatz vorgehen: Eine Frage, ein Satz. Handelt es sich aber nicht um Frage-, sondern um Aussagesätze, herrscht deutlich weniger Zurückhaltung. So eine Formulierung ist ja keineswegs ungewöhnlich:

Nach einem 6,5 prozentigen Rückgang im Vorjahr ist unser Umsatz in diesem Jahr gegen den Branchentrend aufgrund der hohen Nachfrage nach unserer Unterwäsche um 3,4 Prozent gestiegen.

Stellen Sie sich vor, Sie müssten dieses Konstrukt simultan in eine andere Sprache übersetzen. Vor dem 27. Wort („gestiegen“), das sich auf das zehnte Wort („Umsatz“) bezieht, können Sie nicht loslegen, weil Sie die Botschaft – bedingt durch den Nachklapp – bis dahin nicht verstanden haben. Dann müssten Sie den Satz zerlegen, die Aussagen einzeln übersetzen und neu kombinieren. Parallel prasselt aber schon der nächste Satz auf Sie ein. So etwas mutet Lesern und Zuhörern zu viel zu.

Unser Umsatz ging im vergangenen Jahr noch um 6,5 Prozent zurück. In diesem Jahr stieg er aber um 3,4 Prozent. Das ist eine Entwicklung gegen den Branchentrend. Der Grund ist die hohe Nachfrage nach unserer Unterwäsche.

[23]So oder ähnlich könnten die Aussagen lauten, wenn Sie nach dem Grundsatz „ein Gedanke, ein Satz“ vorgehen. Klingt das nicht viel einfacher? Sind leichte Häppchen, nach und nach gereicht, nicht viel bekömmlicher, als wenn Sie Ihrem Adressaten den Inhalt des ganzen Tabletts auf einmal eintrichtern?

Zugegeben: Die Konstruktion ist minimal länger. Aber sie ist erstmals zu 100 Prozent verständlich. Stellen Sie sich den Kommunikationsprozess mit Ihrem Leser oder Ihrem Zuhörer wie ein Tennisspiel vor. Servieren Sie jeden Ball einzeln, kann Ihr Gegenüber ihn verarbeiten und retournieren. Ein Aufschlag, ein Ball. Schießen Sie aber mehrere Bälle gleichzeitig ab, bringen Sie Ihren Partner ins Straucheln.

Bitte beachten Sie auch: Die Regel heißt nicht „Jeder Satz muss kurz sein.“ Es geht nicht um die Form, sondern den Inhalt. Sie müssen Dinge nicht aus dem Zusammenhang reißen.

Unser Unternehmen ist leistungsfähig, gut strukturiert und international bestens aufgestellt. Unsere Mitarbeiter sind qualifiziert, engagiert und kennen den Markt genau.

Allerdings könnten Sie auch schreiben:

Unser Unternehmen ist leistungsfähig. Es ist gut strukturiert. Es ist international bestens aufgestellt. Unsere Mitarbeiter sind qualifiziert. Sie sind engagiert. Sie kennen den Markt genau.

Variante 1 ist sachlicher, mehr Schriftsprache. Variante 2 ist dramatischer, feierlicher, pointierter, mündlicher. Wählen Sie die Version, die am besten zur Stimmung, zum Anlass und zu den Adressaten passt. Aber packen Sie nicht zusammen in einen Satz, was nicht zusammengehört!

[24]Schreiben Sie die Sätze so um, dass in einem Satz nur ein Gedanke ist!

Der 29 km nordöstlich von der Stadtmitte im Erdinger Moos gelegene Flughafen München ist mit über 38 Millionen Passagieren im Jahr 2012 der zweitgrößte Flughafen Deutschlands und der siebtgrößte Europas. Seit der Entscheidung der Lufthansa, München als zweites Drehkreuz neben Frankfurt zu etablieren, wird der Flughafen international immer besser angebunden; über 25 Langstreckenflugzeuge sind dort stationiert.

Der Marienplatz gilt als Mittelpunkt Münchens und liegt, umgeben von dem Neuen und dem Alten Rathaus, im Zentrum der Altstadt, wenige Schritte von der Peterskirche entfernt, der ältesten Kirche der Altstadt, deren erster Bau noch aus der Romanik stammte. Heute steht dort ein gotischer Neubau, der im Inneren barockisiert wurde – seit dem Abbruch der St.-Jakobs-Kirche 1955 gibt es in der Innenstadt kein romanisches Bauwerk mehr, mehrere im Kern romanische Kirchen in den einstigen Vororten haben sich jedoch erhalten.

Die Stadt Berlin ist mit rund 3,5 Millionen Einwohnern die bevölkerungsreichste und mit 892 Quadratkilometern die flächengrößte Gemeinde Deutschlands sowie nach Einwohnern die zweitgrößte der Europäischen Union. Die geringen Höhenunterschiede innerhalb der Stadt bewirken an sich ein eher homogenes Stadtklima, allerdings führt die dichte Bebauung in der Stadt und den Bezirkszentren zu teilweise deutlichen Temperaturunterschieden im Vergleich zu großen innerstädtischen Freiflächen, insbesondere zu den ausgedehnten Landwirtschaftsflächen im Umland.

(Quelle: Wikipedia)

Der Text steht unter www.perfektmachen.de zum Download bereit.

[25]2 Das Subjekt nach vorn stellen

Einfachheit ist die höchste Form der Raffinesse, soll Leonardo da Vinci gesagt haben. Gedruckt findet sich diese Aussage in der ersten Broschüre, die Apple herausgegeben hat. Mit Anleitung 1 haben Sie eine gute Grundlage dafür gelegt. Die meisten der dortigen Beispielsätze haben noch eine zweite Eigenschaft: Das Subjekt steht vorn.

Eine der Grundregeln der Grammatik ist der Satzbau nach der Regel Subjekt – Prädikat – Objekt. In der Grundschule haben Sie Satzteile wochenlang mit Kringeln und Farben gekennzeichnet. Hier ist es einfacher. Vergessen Sie das Prädikat und das Objekt. Suchen Sie nur das Subjekt (Hilfsfrage: „Wer oder was?“) und ziehen Sie es nach vorn!

Müde bin ich, geh zur Ruh. Über tausend Brücken musst Du gehen. Für markige Worte ist Meier nicht bekannt. Zur Feier des Tages öffnet Peter eine Flasche Champagner. Seinen Sprachassistenten Cortana bringt Microsoft jetzt auch auf iPhones. Die Aufgabe einer Zeitung ist es, Orientierung zu geben. Nach Hause gehen wir noch lange nicht. Mit vereinten Kräften überwältigten drei Polizisten den Täter. Diesen Text kann man ohne Lupe nicht lesen. Seine künftige Verlobte hat seine Mutter ausgesucht.

Mit Ausnahme des letzten Beispiels sind diese Sätze in ihrem jeweiligen Genre berechtigt. Auch in Ihren geschriebenen und gesprochenen Texten dürfen Sie ab und zu von der Satzbau-Norm abweichen und beispielsweise ein Akkusativ-Objekt nach vorne stellen. Variatio delectat, heißt es auf Latein, die Abwechslung erfreut. Wichtig ist aber, dass Sie diese Variation bewusst vornehmen und nur gelegentlich von der „Grundschüler-Regel“ abweichen. Sonst machen Sie es Ihren Lesern und Zuhörern unnötig schwer.

[26]3 Aktiv statt Passiv benutzen

Bei Sätzen mit Passiv bleibt die Suche nach dem Subjekt oft erfolglos – entweder es fehlt ganz oder ist, unnötigerweise, irgendwo hinten im Satz versteckt:

Unsere Erwartung ist übertroffen worden. Die Prognose wurde verfehlt. Die Strafe wird zur Bewährung ausgesetzt. Eine Umleitung wurde eingerichtet. Es wurde versäumt, den Betrag in Rechnung zu stellen. Das von Verbraucherschützern geforderte Gesetz zur Verbesserung der Kontrolle riskanter Finanzinstrumente wird am Freitag vom Bundesrat beraten.

Bemühen Sie sich in all diesen Fällen, das Subjekt zu benennen und an den Anfang zu stellen.

Der Architekt hat unsere Erwartung übertroffen. Die Vertriebsabteilung verfehlte die Prognose. Das Gericht setzt die Strafe zur Bewährung aus. Die Behörden haben eine Umleitung eingerichtet. Die Fachabteilung hat versäumt, den Betrag in Rechnung zu stellen. Der Bundesrat berät am Freitag das Gesetz zur Verbesserung der Kontrolle riskanter Finanzinstrumente, das Verbraucherschützer gefordert haben.

Die Wortteile werd, wird, word und wurd sind Indizien für passivische Konstruktionen. Spüren Sie die Wortteile auf und setzen Sie passivische Sätze ins Aktiv. Das Passiv muss die Ausnahme sein. Angebracht ist es nur in wenigen Fällen, beispielsweise wenn das Subjekt unerheblicher ist als das Objekt (Die Opfer wurden von herumfliegenden Trümmerteilen getroffen).

[27]In der Silvesternacht sind von den Hamburger Bürgern wieder Tonnen von Feuerwerkskörpern abgeschossen worden.

Millionen von Euro wurden verpulvert.

Es werden zwar immer weniger pyrotechnischen Produkte verkauft.

Aber pro Rakete und Böller wird von Feuerwerk-Fans mehr Geld ausgegeben.

Während die geräuschvolle Begrüßung des neuen Jahres vom Tierschutzbund in den Vorjahren kritisiert wurde, sind diese Bemühungen in diesem Jahr wegen Erfolglosigkeit aufgegeben worden.

In Eppendorf wurden Passanten von China-Böllern am Kopf getroffen; sie wurden von der Feuerwehr ins Krankenhaus gebracht.

Insgesamt wurden Ordnungshüter, Feuerwehr und Krankentransporte von den Hamburgern mehr als 150-mal alarmiert.

Die Reste des Feuerwerks wurden bereits am frühen Morgen des Neujahrstags von der Hamburger Müllabfuhr beseitigt.

Jedes Jahr werden dafür 16 Fahrzeuge benötigt.

Für die Müllmänner ist die Herausforderung im Laufe der Jahre größer geworden – die Flugwege der Raketen sind länger geworden und mancher Raketenrest muss aus Dachrinnen geborgen werden.

[28]4 Das Verb anstelle des Substantiv wählen

Eine ähnliche Unsitte wie die Passivierung ist die zu häufige Substantivierung. Sie erkennen sie oft (aber nicht ausschließlich) an der Endung -ung.

Die Bearbeitung Ihres Antrags dauert drei Wochen. Die Stadt plant die Einführung einer Bettensteuer. Die Verabschiedung des Gesetzes soll im Dezember stattfinden. Die Beratung ist kostenlos.

Die Beispiele verdeutlichen, dass die Substantivierung unterschiedliche Folgen hat. Zum Teil fehlt auch hier das Subjekt (Wer verabschiedet das Gesetz? Wer berät?). Zum Teil tritt an die Stelle des im Vordergrund stehenden Verbs ein anderes, das den Sinn verfälscht. Plötzlich steht nicht „bearbeiten“, sondern „dauern“ im Mittelpunkt; auch rückt statt „einführen“ das Wort „planen“ in den Fokus. Klarer, ehrlicher und einfacher ist daher:

Wir bearbeiten Ihren Antrag innerhalb von drei Wochen. Die Stadt will eine Bettensteuer einführen. Der Landtag soll das Gesetz im Dezember verabschieden. Unsere Mitarbeiter beraten Sie kostenlos.

Wenn Sie aus Substantiven Verben gemacht haben, sollten Sie noch einen zweiten Schritt absolvieren: Machen Sie aus ambivalenten Verben bildhafte Verben. Ambivalente Verben sind solche, die eine Abstraktionsebene erreicht haben und uns dadurch keine konkrete Vorstellung vom Geschehen vermitteln. Es klingt gut, wenn man eine Straße „erneuert“, aber aufreißen, ausschachten und asphaltieren sagt uns mehr. Wenn Anwohner Schnee „räumen“, nehmen wir das zur Kenntnis – beeindruckend ist das aber nur, wenn sie schippen, schaufeln, kratzen oder schieben. Wenn Sie Glück haben, ächzen sie noch dabei, oder sie prusten, stöhnen und fluchen, weil sie rutschen und schlittern und zudem wegen fünf Grad Minus zittern, schlottern und bibbern. Spüren Sie, wie stark ein Verb sein kann?

[29]Lass die Verben tanzen

In den Verben ist die Stimmung: „Einsam bist du sehr alleine. Aus der Wanduhr tropft die Zeit.“ (Erich Kästner) Und vor allem die Bewegung: „Und es wallet und siedet und brauset und zischt“ bei Schiller; bei Heine: „Die Schönheit ist zu Staub verfallen, du wirst zerstieben, wirst verhallen.“ Welche Fülle bietet sich uns da an! Das Kind kann weinen, schluchzen, heulen, flennen, je nach Stilebene und Intensität; es kann auch jammern, wimmern, winseln, greinen, plärren, schreien.